Lebensqualität

Daseins­vorsorge und Lebens­qualität sind untrennbar mitein­ander verbunden. Ob sauberes Trink­wasser, die Verfüg­barkeit von Strom und Wärme oder die Bus­verbindung in den Nachbarort – alles scheint heutzutage ganz selbst­verständlich. Grundlegend für all diese Bedürf­nisse ist jedoch eine sorg­same Planung und Wartung unserer gesamten Infra­struktur sowie die hohe Einsatz­bereit­schaft unserer engagierten Mitarbeiter.

E-Mobilität

Karten neu gemischt

Die Unternehmensgruppe Eichsfeldwerke baut ihr Angebot an Dienst­leistungen rund um die Lade­infra­struktur in der Region weiter aus. Neben zahl­reichen neuen Stand­orten zum Laden von Elektro­fahrzeugen gibt es für die Nutzer­innen und Nutzer der Eichsfeldwerke-Ladekarte noch eine weitere wichtige Verände­rung. Denn mit dem Wechsel des Dienst­leisters zum Beginn des zweiten Quartals 2024 funktioniert das Laden jetzt an bedeutend mehr Lade­punkten und ist somit noch einfacher und bequemer geworden. Zu den Hinter­gründen, Vorteilen und aktuellen Ladesäulen-Ausbauplänen nimmt Michael Brückmann, verantwort­licher Mitarbeiter der EW Eichsfeldgas, Stellung.

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Herr Brückmann, wie ist der aktuelle Stand beim Ladesäulen-Netz?
Mit bisher errich­teten 31 AC- und sechs DC-Lade­säulen haben wir seit 2017 schon viel zur Abdeckung in der Region beige­tragen. Über 200 Kund­innen und Kunden nutzen bereits unsere Lade­karte. Jetzt stehen die Zeichen auf einem massiven, weiteren Ausbau. Dabei soll insbe­sondere das Angebot an den DC-Lade­säulen, also den Schnell­ladern mit 300 Kilowatt Leistung und mehr, rasch wachsen.

Kundin Janett Richter und Dirk Nehrkorn, Geschäftsführer der SWH, nehmen in Heilbad Heiligenstadt die erste Schnellladesäule mit einer Leistung von 300KW in Betrieb
Kundin Janett Richter und Dirk Nehrkorn, Geschäfts­führer der SWH, nehmen in Heilbad Heiligenstadt die erste Schnell­lade­säule mit einer Leistung von 300 KW in Betrieb
Mit der Lade­karte der Eichsfeldwerke haben Besitzer von Elektro­fahr­zeugen jetzt Zugriff auf rund 180.000 Lade­punkte
Bei dem Ausbau des Ladenetzes für Elektrofahrzeuge lag ein besonderes Augenmerk auf der Versorgung von dichtbesiedelten Wohngebieten
Bei dem Ausbau des Lade­netzes für Elektro­fahr­zeuge lag ein beson­deres Augen­merk auf der Ver­sor­gung von dicht­besie­delten Wohn­gebieten

Wie kam es zu dem Wechsel des Dienst­leisters für die Karten­abwicklung?
Wir kooperieren schon sehr lange mit der eben­falls kommunal ausge­richteten EAM aus Kassel. Sie ist ja auch an der EW Eichsfeldgas beteiligt und zudem sehr aktiv im Geschäfts­bereich der E-Mobilität. Auf der Suche nach Opti­mierungen haben wir uns das EAM-System für die Verwal­tung der Lade­säulen und Karten­abwick­lung vor­stellen lassen. Dabei fanden wir es flexibler und prakti­kabler im Hand­ling als unsere aktuelle Lösung und vor allem noch vorteil­hafter für unsere Kund­innen und Kunden. Diese Erkenntnis war schließ­lich der Grund für den mittler­weile voll­zogenen Wechsel zum System der EAM.

Was sind die konkreten Vorteile für die Kund­innen und Kunden?
Ein Haupt­vorteil ist sicher­lich die deut­liche höhere Anzahl von Lade­punkten, die sich jetzt mit der Lade­karte frei­schalten lassen. Mit rund 180.000 Lade­punkten stehen Besitzern von Elektro­autos jetzt praktisch doppelt so viele Lade­möglich­keiten wie vorher zur Verfügung. Es sollte nur noch wenige Säulen in Deutschland geben, an der unsere Karte nicht funktioniert. Hinzu kommt, dass wir mit dem System­anbieter­wechsel bereits seit Januar 2024 auch die bisherige Grund­gebühr von fünf Euro aufheben konnten.

Michael Brückmann, Mitarbeiter Vertrieb, E-Mobilität, EW Eichsfeldgas
Der Haupt­vorteil durch den IT-Anbieter­wechsel ist sicher­lich die enorm gestiegene Reich­weite unserer Ladekarte.
Michael Brückmann
Mitarbeiter Vertrieb E-Mobilität
EW Eichsfeldgas

Die Ladekarte ist jetzt also deut­lich aufge­wertet. Wie geht es mit den Lade­punkten weiter?
Neben dem Ausbau des Quartiers­ladens in Wohn­gebieten und der Schnell­lade­infra­struktur an Park­plätzen mit hohem Besucher­aufkommen arbeiten wir momentan an der Umsetzung eines Lade­parks für Schnell­lader im Heiligen­städter Gewerbe­gebiet „An der A 38 – Ost“. Wir starten dort mit acht DC-Lade­punkten an vier Säulen, die eine Leistung von bis zu 400 Kilowatt bieten und nur wenige Meter von der Auto­bahn entfernt in der Dr.-Gerhard-Müller-Straße erreichbar sind. Damit füllen wir eine kleine Lücke im Schnell­lader-Netz in unserer Gegend. Der Trafo für den Park steht schon seit März, über den Frühling und Sommer wird ausge­schrieben und gebaut, sodass dort zum Herbst­anfang die ersten Elektro­fahrzeuge geladen werden können. Wir wollen dann ein typisches Tank­stellen-Feeling bieten. Der Platz ist über­dacht und beleuchtet, es gibt eine WC-Anlage und auch eine automati­sierte Verpflegungs­station. Das Ganze ist modular gedacht, das heißt, im Laufe der nächsten Ausbau­stufen können weitere Lade­säulen hinzu­kommen. Auch an eine Auto-Service­station mit Staub­saugern sowie an einen kleinen Spiel­platz wurde gedacht. In der letzten Ausbau­stufe sind 17 Schnell­lade­säulen für Pkw und drei für Lkw vorgesehen.

Gibt es schon weitere Pläne?
Ja, wir beschäftigen uns bereits mit einem weiteren Lade­park in verkehrs­günstiger Lage.

Modellhafer Entwurf des in Heilbad Heiligenstadt an der Autobahn A38 geplanten Ladeparks – Schnelladesäulen mit 400 KW Leistung ermöglichen zügige Ladevorgänge
Modell­hafter Entwurf des in Heilbad Heiligenstadt an der Auto­bahn A38 geplanten Lade­parks – Schnell­lade­säulen mit 400 KW Leistung ermög­lichen zügige Ladevorgänge
Mehr Nachhaltigkeit in der Lieferkette: der geplante Ladepark in Berlingerode wird Zulieferern der Unternehmen McAirlaid’s und Technogel neue Möglichkeiten für den Einsatz von Elektrofahrzeugen bieten
Mehr Nach­haltig­keit in der Liefer­kette: der geplante Lade­park in Berlingerode wird Zulie­ferern der Unter­nehmen McAirlaid’s und Technogel neue Mög­lich­keiten für den Ein­satz von Elektro­fahrzeugen bieten
Zahlen zum E-Mobilitätsangebot der Eichsfeldwerke
≈ 180
Tsd. Ladepunkte
mit der Eichsfeldwerke-Ladekarte nutzbar
24
AC- und DC-Ladesäulen
installiert

Stand April 2024

Wohnbaugebiets­erschließung

Den Traum vom Eigenheim verwirklichen

Das Eichsfeld ist geschichts­trächtig, land­schaft­lich attraktiv und wirt­schaft­lich stark. Kein Wunder, dass hier attrak­tive Bau­plätze begehrt sind. Die Eichsfeldwerke-Tochter EW Projekt beschäftigt sich bereits seit 1996 mit der Erschlie­ßung von Bau­gebieten. Im Jahr 2023 standen insbe­sondere die neuen Wohn­bau­gebiete in Ecklingerode und Dingelstädt im Fokus.

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Insgesamt 60 Hektar oder 600.000 Qua­drat­meter Wohn­bau­fläche und rund 650 Bau­plätze hat die EW Projekt in den vergan­genen Jahr­zehnten für die Gemeinden im Eichsfeld bereits erschlos­sen. Doch Bedarf besteht nach wie vor. Neue Erschlie­ßungen gehen mit feier­lichen Ein­weih­ungen prak­tisch Hand in Hand: Nicht einmal einen Monat nach dem Beginn der Arbeiten an einem neuen Wohn­gebiet in Ecklingerode konnte in Dingelstädt ein fertig erschlos­senes Areal einge­weiht werden. Projekt­manager Mario Kunze von der EW Projekt hat viel zu tun: „Die Arbeit geht uns nicht aus. Denn wir unter­stützen die Gemeinden nicht nur bei der Erschlie­ßung neuen Wohn­raums, sondern über­nehmen auch die Finan­zierung und die Vermark­tung der Grund­stücke wie bei den beiden Pro­jekten hier.“

Mario Kunze, Projektmanager EW Projekt
Wir unter­stützen nicht nur bei der Erschließung neuen Wohn­raums, sondern über­nehmen auch die Finan­zierung und die Vermarktung.
Mario Kunze
Projektmanager
EW Projekt

Alles nach Plan in Ecklingerode

In Ecklingerode sind in einem Zeit­raum von weniger als einem Jahr die kompletten Erschließungs­arbeiten für ein rund 15.000 Quadrat­meter großes Wohn­bau­gebiet „Im Strange“ umgesetzt worden, das Platz für 13 idyl­lisch gele­gene Bau­plätze in Hang­lage bietet. Über die Erneue­rung und den Ausbau der Hinterdorfstraße ist das neue, am süd­öst­lichen Orts­rand gele­gene Wohn­bau­gebiet an die besteh­ende Infra­struktur des Ortes ange­schlossen worden. Für die Erschlie­ßung wurde eine Fläche von circa 1500 Quadrat­metern asphal­tiert sowie rund 300 Quadrat­meter Gehweg­pflaster verlegt. Hinzu kam die Instal­lation von Trink­wasser­leitungen auf einer Länge von fast 300 Metern sowie die Verlegung eines 350 Meter langen Regen­wasser- und 160 Meter langen Schmutz­wasser­kanals. Um die künftigen Bewohner­innen und Bewohner mit Highspeed-Internet versorgen zu können, zählte auch die Bereit­stellung von Glas­faser­kabel zu den Erschlie­ßungs­maß­nahmen. Als fach­liche Aus­gleichs­maß­nahme für den Natur­schutz werden darüber hinaus 14 Bäume entlang einer Graben­parzelle gepflanzt.

Insgesamt haben die Eichsfeldwerke rund eine Million Euro in die Erschlie­ßung inves­tiert. Im Rahmen einer kleinen Feier zur offi­ziellen Ein­weihung des Wohn­bau­gebiets am 23. Mai 2024 konnten Orts­bürger­meister René Sieber und Ulrich Gabel, Geschäfts­führer der Eichsfeldwerke, zahlreiche Gäste begrüßen, darunter auch Dr. Werner Henning, Landrat des Landkreises Eichsfeld und Aufsichts­rats­vorsitzender der Eichsfeldwerke, der sich über den zügigen Abschluss des Projekts, passend zum Ende seiner Amts­zeit, sehr freute.

„Mit dem neuen Wohn­bau­gebiet in Ecklingerode bedienen wir die Nach­frage nach attrak­tiven und zugleich bezahl­baren Grund­stücken im Eichsfeld“, berichtete Ulrich Gabel, der in seiner Ansprache Bürger­meister Sieber für die ver­trauens­volle Zusammen­arbeit und den betei­ligten Firmen für die frist­gerechte Aus­führung der Bau­arbeiten dankte.

Zur Einweihung des Wohnbaugebiets in Ecklingerode griffen die Bauwerber zur Schere. Bürgermeister René Sieber, Ulrich Gabel, Geschäftsführer der Eichsfeldwerke, Landrat Dr. Werner Henning und Benno Bause, Prokurist der Eichsfeldwerke, assistierten ihnen dabei (v.l.n.r.)
Zur Einweihung des Wohn­bau­gebiets in Ecklingerode griffen die Bau­werber zur Schere. Bürger­meister René Sieber, Ulrich Gabel, Geschäfts­führer der Eichsfeldwerke, Landrat Dr. Werner Henning und Benno Bause, Prokurist der Eichsfeldwerke, assis­tierten ihnen dabei (v.l.n.r.)
Gute Laune trotz strömenden Regens: Symbolisch griffen Bürgermeister Rene Sieber, Landrat Dr. Werner Henning, seine ehemalige Stellvertreterin Martina Gatzemeier, EW-Geschäftsführer Ulrich Gabel und EW-Prokurist Benno Bause (v.l.n.r.) im Gemeindehaus Ecklingerode zum Spaten
Gute Laune trotz strö­menden Regens: Symbo­lisch griffen im Juni 2023 Bürger­meister René Sieber, Landrat Dr. Werner Henning, seine ehe­malige Stell­vertre­terin Martina Gatzemeier, EW-Geschäfts­führer Ulrich Gabel und EW-Proku­rist Benno Bause (v.l.n.r.) im Gemeinde­haus Ecklingerode zum Spaten
In idyllischer Lage erschließt die EW-Projekt 13 attraktive Bauplätze in Ecklingerode
In idylli­scher Lage hat die EW Projekt 13 attrak­tive Bau­plätze in Ecklingerode erschlossen

Bisher größtes Areal erfolg­reich erschlossen

Beim zweiten Groß­projekt 2023, dem Wohn­bau­gebiet „Zum Kirchberg“ in Dingelstädt, sind die Einweihungs­feierlich­keiten hingegen schon vorüber. Nach rund eineinhalb Jahren konnten im Sommer 2023 alle Arbeiten erfolg­reich abge­schlossen werden. Damit hatte die EW Projekt gemein­sam mit ihren Partner­unter­nehmen ihr bisher größtes zusam­men­hängendes Wohn­bau­areal in der Unter­nehmens­geschichte erschlossen.

Mithilfe einer Investi­tions­summe von rund drei Millionen Euro ent­standen auf einer Fläche von circa 50.000 Quadrat­metern 43 neue Bau­plätze mit Größen zwischen 800 und 1.600 Quadrat­metern. Auch hier wurden mehrere hundert Meter Schmutz- und Regen­wasser­kanäle sowie Trink­wasser­leitungen verlegt. Zudem entstand im Rahmen des Groß­projekts ein Regen­wasser­rückhalte­becken mit einem Fassungs­vermögen von mehr als 900 Kubik­metern. Inzwischen sind 20 Prozent der Grund­stücke vergeben und es wird schon an vielen Stellen fleißig gebaut.

Ansprache von Landrat und EW-Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Werner Henning anlässlich der Einweihung des neuen Wohnbaugebiets in Dingelstädt
Ansprache von Landrat und EW-Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Werner Henning anlässlich der Einweihung des neuen Wohnbaugebiets in Dingelstädt
Bei der feierlichen Einweihung des Wohnbaugebiets griffen die künftigen Bewohner selbst zur Schere – Bürgermeister Andreas Fernkorn, EW-Geschäftsführer Ulrich Gabel und Landrat Dr. Werner Henning assistierten (v.l.n.r.)
Bei der feier­lichen Ein­weihung des Wohn­bau­gebiets griffen die künf­tigen Bewoh­ner selbst zur Schere – Bürger­meister Andreas Fernkorn, EW-Geschäfts­führer Ulrich Gabel und Landrat Dr. Werner Henning assis­tierten (v.l.n.r.)
Wohnen inmitten der Natur: Das neue Dingelstädter Wohnbaugebiet bietet 43 hochattraktive Grundstücke mit einer Größe von 800 bis 1500 Quadratmeter
Wohnen inmitten der Natur: Das neue Dingel­städter Wohn­bau­gebiet bietet 43 hoch­attrak­tive Grund­stücke mit einer Größe von 800 bis 1500 Quadrat­meter
Zahlen zu den Wohnbau­gebieten 2023
65
Tsd. Quadratmeter
neue Erschließungs­flächen
56
neue Bauplätze
für das Eichsfeld
Kommunale Wärme­versorgung

Geothermie:
Die Wärme der Erde nutzbar machen

In unserer Erde schlummert gewal­tiges Energie­potenzial. Je weiter man in sie vor­dringt, desto wärmer wird es. Die soge­nannte Tiefen-Geothermie rückt deshalb im Rahmen der Pläne zur kommu­nalen Wärme­ver­sorgung ver­stärkt in den Blick­punkt von Gemein­den und Energie­ver­sorgern. Auch die Eichsfeldwerke setzen sich der­zeit inten­siv mit dem Thema aus­ein­ander. Eine in Auf­trag gege­bene Mach­barkeits­studie soll darüber Auf­schluss geben, ob es mög­lich ist, Heilbad Heiligenstadt künf­tig mit Erd­wärme zu versorgen.

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Mit dem Betrieb von Solar­parks, Wind­rädern und einer großen Bio­gas­anlage erzeugen die Eichsfeldwerke bereits einen großen Teil ihrer Energie auf nach­hal­tiger Basis. Ein näch­ster großer Schritt wäre die künf­tige Nut­zung von Tiefen-Geothermie. „Im Rahmen der der­zei­tigen Energie­politik sind wir an lang­fris­tigen Kon­zepten für ein ver­nünf­tiges Energie­angebot interes­siert“, erläutert Ulrich Gabel, Geschäfts­führer der Eichsfeldwerke.

Wenn die Anzapf­stelle für die Erd­wärme erst einmal einge­richtet ist, stünde eine rela­tiv einfach nutz­bare, bestän­dige und regene­rative Energie­quelle zur Verfügung. Doch bis dahin ist der Weg noch lang und zunächst einmal mit hohen Kosten ver­bunden.

Übersicht bestehender Fernwärmenetze in Heilbad Heiligenstadt (grün) und einer möglichen Erweiterung (rot)
Übersicht bestehender Fernwärmenetze in Heilbad Heiligenstadt (grün) und einer möglichen Erweiterung (rot)

Verdoppelung des Fern­wärme­netzes

Für die Eichsfeldwerke böte sich mit Geothermie die Mög­lich­keit, nicht nur das besteh­ende Fern­wärme­netz in Heilbad Heiligenstadt zu betrei­ben, sondern es gemein­sam mit den Stadt­werken für die Versor­gung weiterer Stadt­teile auszu­bauen. Etwa doppelt so groß wie bisher wäre dieses dann sogar zu 100 Prozent klima­neutral – statt der bis­herigen 60 Prozent, die seit mehre­ren Jahren bereits mit Biogas erreicht werden. Das Ökogas aus der unter­nehmens­eigenen Anlage in Weißenborn-Lüderode könnte so an anderen Stand­orten einge­setzt werden „Es wären etwa 50 Milli­onen Kilo­watt­stunden Wärme, die wir zur Wärme­ver­sorgung der Stadt liefern könnten. Und die Geothermie hätte noch den weite­ren Vorteil, dass sie im Gegen­satz zu schwan­kenden Energie­quellen wie Sonne und Wind grund­last­fähig und damit permanent verfügbar ist“, erläutert Dirk Nehrkorn, Geschäfts­führer der Stadtwerke Heilbad Heiligenstadt (SWH).

Zuvor muss aber erst einmal die Mach­bar­keits­studie posi­tiv aus­fallen, deren Ergeb­nisse im Sommer 2024 erwartet werden. Das beauf­tragte orts­ansässige Unter­nehmen „Geotechnik“ ermittelt dazu aus Studie­nmaterial und Daten­analysen ein umfas­sendes Bild der regio­nalen Boden- und Erd­beschaffen­heit sowie des geo­thermi­schen Poten­zials. Die Kosten dieser Studie betragen 250.000 Euro und werden zu rund 60 Prozent vom Thüringer Minis­terium für Umwelt, Energie und Natur­schutz (TMUEN) getragen.

Probe­bohrung nächste große Aufgabe

Nächster Schritt wäre dann eine Probe­bohrung mög­lichst in der Nähe des besteh­enden Fern­wärme­netzes. Hierfür belie­fen sich die Kosten auf geschätzte 20 bis 30 Millionen Euro, bei denen die Eichsfeldwerke auf Förder­mittel von Bund und Land ange­wiesen wären. Die end­gültige Umset­zung des Projekts würde dann noch einmal rund 30 Millionen Euro erfor­dern, bei denen die Eichsfeldwerke ebenfalls nicht ohne groß­zügige staat­liche Förderung aus­kämen.

Im Erfolgs­fall käme die kosten­lose, CO2-freie Wärme später aus etwa 4.000 Meter Tiefe. Über dem Probe-Bohr­loch sollen dann feste tech­nische Anlagen errich­tet werden, die das erwärmte Wasser ins Heiligenstädter Fern­wärme­netz bringen. Dazu würde mittels Wärme­tauscher kaltes Wasser tief in die Erde trans­portiert, dort erhitzt und anschlie­ßend wieder nach oben gepumpt. Vom Bohr­loch aus würde es im Anschluss über eine neu errich­tete Leitung ins Fern­wärme­netz fließen. Voraus­gesetzt, die regio­nale Erd­beschaffen­heit passt und die Finan­zierung inklusive Förde­rung steht, könnte bereits im Jahr 2028 eine neue, völlig klima­neutrale Fern­wärme-Epoche für Heilbad Heiligenstadt anbrechen.

EW-Geschäftsführer Ulrich Gabel begrüßt im Februar Thüringens Umweltminister Bernhard Stengele, der sich über aktuelle Projekte der Unternehmengruppe Eichsfeldwerke informiert
EW-Geschäftsführer Ulrich Gabel (rechts) begrüßt im Februar 2024 Thürin­gens Umwelt­minister Bernhard Stengele (Bildmitte), der sich über aktu­elle Projekte der Unter­nehmens­gruppe Eichsfeldwerke informiert
Zahlen zur geplanten Erdwärme-Nutzung
≈ 4.000
Meter
tief ist das erforder­liche Bohrloch
≈ 50
Mio. Kilowatt­stunden
Wärme wären produzierbar
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